Insolvenz der Schacht & Rosen Gastronomie GmbH Auswirkungen auf Sangerhausens Tourismus
- Die Schacht & Rosen Gastronomie GmbH meldete im November 2024 Insolvenz an.
- Hauptgründe waren ein sechsstelliger Schuldenberg und gescheiterte Verhandlungen mit der Rosenstadt Sangerhausen GmbH.
- Der Geschäftsbetrieb wurde Anfang Januar 2025 eingestellt, rund 30 Mitarbeiter verloren ihre Anstellung.
- Die Rosenstadt Sangerhausen GmbH übernahm die Gastronomie im Europa-Rosarium und am Röhrigschacht in Eigenregie.
- Seit April 2025 sind die Betriebe unter neuer Führung wieder geöffnet, mit Investitionen und thematischer Neugestaltung.
Aufstieg und Fall der Schacht & Rosen Gastronomie GmbH: Ein Blick hinter die Kulissen
Wer stand hinter dem gastronomischen Konzept in Sangerhausen?
Die Schacht & Rosen Gastronomie GmbH mit Sitz in Sangerhausen trat am 1. April 2022 als Betreiberin wichtiger touristischer Gastronomiebetriebe in Sangerhausen und Wettelrode auf den Plan. Sie war, wie ich aus meiner Branchenkenntnis weiß, Teil einer größeren Gastronomiegruppe, die auch Standorte in Erfurt und Halle unterhielt. Dieses Netzwerk deutete auf eine gewisse Expertise und Kapazität hin, was die anfänglichen Erwartungen in der Region sicherlich hochschraubte.
Die Schacht & Rosen Gastronomie GmbH bewirtschaftete mehrere touristische Aushängeschilder, die für die Attraktivität der Region von großer Bedeutung sind. Dazu gehörten:
- Die gastronomischen Einrichtungen im Europa-Rosarium Sangerhausen, darunter das Café, der Imbiss, das Glashaus und die Rosen-Arena.
- Die Bergmannsklause im ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode.
- Der Ratskeller in Sangerhausen.
Das Versprechen an die Gäste: Welches kulinarische Angebot gab es?
An den genannten Standorten hielt die Schacht & Rosen Gastronomie GmbH ein vielfältiges kulinarisches Angebot für ihre Gäste bereit. Dieses reichte von gemütlichen Café-Angeboten über schnelle Imbisse bis hin zu umfassenden Restaurantleistungen im Glashaus des Rosariums und in der traditionellen Bergmannsklause. Das Ziel war klar: Besucher der touristischen Attraktionen sollten nicht nur kulturell oder landschaftlich, sondern auch kulinarisch verwöhnt werden. Es ging darum, das Gesamterlebnis abzurunden und die Verweildauer der Gäste zu erhöhen, ein entscheidender Faktor im Tourismus.
Der Paukenschlag für die Region: Die Insolvenz im Detail
Wann wurden die finanziellen Probleme unübersehbar?
Die finanziellen Probleme der Schacht & Rosen Gastronomie GmbH wurden im November 2024 unübersehbar, als das Unternehmen gezwungen war, Insolvenz anzumelden. Für viele in der Region, mich eingeschlossen, war dies ein Schock, da die Betriebe an so prominenten Standorten angesiedelt waren.
Die Gründe für das Scheitern: Ein Schuldenberg und gescheiterte Verhandlungen
Die Hauptgründe für die Insolvenz waren vielschichtig, aber zwei Faktoren stachen besonders hervor:
- Ein sechsstelliger Schuldenberg, der sich offenbar über einen längeren Zeitraum aufgebaut hatte.
- Das Scheitern von Vergleichsverhandlungen mit dem Hauptauftraggeber, der Rosenstadt Sangerhausen GmbH. Diese Verhandlungen waren, wie ich vermute, der letzte Versuch, eine außergerichtliche Lösung zu finden und das Ruder noch herumzureißen. Ihr Scheitern besiegelte das Schicksal des Unternehmens.
Das endgültige Aus Anfang 2025: Warum eine Rettung der GmbH nicht gelang
Trotz der Bemühungen, das Unternehmen zu retten, musste der Geschäftsbetrieb Anfang Januar 2025 endgültig eingestellt werden. Es konnte kein Investor gefunden werden, der bereit war, in die angeschlagene GmbH zu investieren und eine Fortführung zu ermöglichen. In solchen Fällen ist der Markt oft gnadenlos; ohne frisches Kapital und einen klaren Sanierungsplan ist eine Weiterführung kaum denkbar.
Die direkten Folgen: Mitarbeiter und Standorte im Umbruch
Ein harter Einschnitt: Das Schicksal der rund 30 Mitarbeiter
Die Geschäftsaufgabe hatte direkte und gravierende Auswirkungen auf die Belegschaft. Rund 30 Mitarbeiter verloren ihre Anstellung. Dies war ein harter Einschnitt für die Betroffenen und ihre Familien, besonders in einer Region, in der qualifizierte Arbeitsplätze in der Gastronomie nicht immer leicht zu finden sind. Aus meiner Sicht ist dies stets der tragischste Aspekt einer jeden Unternehmenspleite.
Leere Stühle im Rosarium und am Schacht: Die unmittelbaren Auswirkungen auf den Tourismus
Die vorübergehende Schließung der Gastronomiebetriebe im Europa-Rosarium und am Röhrigschacht hatte spürbare negative Auswirkungen auf den lokalen Tourismus. Besucher, die die Attraktionen besuchten, fanden keine Möglichkeit zur Einkehr, was das Besuchererlebnis trübte und die Verweildauer verkürzte. Für touristische Hochburgen wie Sangerhausen ist eine funktionierende Gastronomie ein essenzieller Bestandteil des Angebots.
Warum die Stadt Sangerhausen von der Pleite doppelt getroffen wurde
Für die Stadt Sangerhausen war die Insolvenz besonders schwerwiegend. Sie bedeutete nicht nur den Verlust eines wichtigen privaten Gastronomiebetreibers, sondern betraf auch direkt die gastronomische Versorgung an städtischen Tourismusmagneten wie dem Rosarium und dem Röhrigschacht. Die Stadt sah sich plötzlich in der Pflicht, schnell Lösungen zu finden, um den Betrieb an diesen für den Tourismus so wichtigen Orten wiederherzustellen.
Neustart nach der Krise: Die Zukunft der Gastronomie in Sangerhausen

Die Rosenstadt Sangerhausen GmbH springt ein: Ein Plan zur Sicherung der Standorte
Nach der Insolvenz ergriff die Rosenstadt Sangerhausen GmbH (RSS) die Initiative, um den Betrieb der Gaststätten im Rosarium und am Röhrigschacht in Eigenregie zu sichern. Dies war ein mutiger und notwendiger Schritt, um die touristische Infrastruktur der Stadt zu erhalten. Ich kann mir vorstellen, dass die Herausforderungen enorm waren, insbesondere bei der Personalsuche. Erfreulicherweise konnte ein Teil der ehemaligen Belegschaft wiedereingestellt werden, was für Kontinuität und Fachwissen sorgt.
Zurück in kommunale Hände: Wie die Gastronomie jetzt in Eigenregie geführt wird
Die Gastronomiebetriebe sind nun zurück in kommunale Hände übergegangen und werden von der Rosenstadt Sangerhausen GmbH selbst verwaltet und betrieben. Dieser Schritt sichert nicht nur die gastronomische Versorgung, sondern ermöglicht es der Stadt auch, direkten Einfluss auf Qualität und Ausrichtung der Angebote zu nehmen. Es ist eine Chance, die Gastronomie noch stärker auf die Bedürfnisse der Besucher und die Besonderheiten der Standorte abzustimmen.

Was sich für Gäste seit April 2025 konkret verändert hat
Seit der Wiedereröffnung im April 2025 unter der Leitung der Rosenstadt Sangerhausen GmbH haben sich für die Gäste einige positive Veränderungen ergeben:
- Es gab Investitionen in neue Küchengeräte, was die Effizienz und Qualität der Speisenzubereitung verbessern dürfte.
- Die "Bergmannsklause" wurde thematisch neu gestaltet, um ein authentisches "Grubenfeeling" zu schaffen. Dies ist eine hervorragende Idee, um das Erlebnis im ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode noch intensiver zu gestalten und die Geschichte des Ortes erlebbar zu machen.
Eine Lehre für die Regionalgastronomie
Analyse der Risiken: Die besonderen Herausforderungen im saisonalen Tourismusgeschäft
Der Fall der Schacht & Rosen Gastronomie GmbH verdeutlicht die spezifischen Risiken und Herausforderungen, die das saisonale Tourismusgeschäft in der Gastronomie mit sich bringt. Abhängigkeit von Wetter, Besucherzahlen und saisonalen Spitzen kann schnell zu finanziellen Engpässen führen, wenn die Planung nicht robust genug ist. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass eine solide Liquiditätsplanung und die Fähigkeit, Durststrecken zu überbrücken, hier entscheidend sind. Die hohen Fixkosten im Gastgewerbe, gepaart mit schwankenden Einnahmen, können ein gefährliches Terrain schaffen.
Lesen Sie auch: Weingut am Nil Gastronomie: Kulinarik & Ambiente in Kallstadt
Die entscheidende Rolle stabiler Partnerschaften zwischen Pächtern und öffentlichen Trägern
Die gescheiterten Verhandlungen, die zur Insolvenz führten, unterstreichen die immense Wichtigkeit stabiler und vertrauensvoller Partnerschaften zwischen privaten Pächtern und öffentlichen Trägern. Gerade bei touristischen Einrichtungen, die im öffentlichen Interesse liegen, sind transparente Kommunikation und gegenseitiges Verständnis unerlässlich. Eine frühzeitige Problemerkennung und gemeinsame Lösungsfindung können oft das Schlimmste abwenden. Dieser Fall zeigt, wie schnell eine Partnerschaft zerbrechen kann, wenn die Basis des Vertrauens und der gemeinsamen wirtschaftlichen Perspektive verloren geht.
